Video Trends
Hintergrund
Seit über 15 Jahren erheben die Medienanstalten jährlich Daten und Fakten zu aktuellen Entwicklungen der Bewegtbildnutzung in Deutschland. Die unabhängigen Daten der Video Trends dienen der Branche und der Politik als zuverlässiger Indikator für die Entwicklung der Digitalisierung des TV-Empfangs. Gleichzeitig liefern sie den Medienanstalten die Basis für Planung und Gestaltung möglicher Zukunftsszenarien und für die Sicherung von Angebots- und Medienvielfalt.
Die umfassende Untersuchung bietet Einblicke in die Bewegtbildnutzung in Deutschland und beleuchtet die verschiedenen Touchpoints, an denen Nutzerinnen und Nutzer mit Videoinhalten in Berührung kommen. Die „Video Trends“ sind die Nachfolgestudie der seit 2005 durchgeführten Trendstudie „Digitalisierungsbericht Video“.
Kernergebnisse der Video Trends 2026
Bewegtbild ist Alltag:
Bewegtbild bleibt ein zentrales Alltagsmedium, die Zugänge werden vielfältiger: 93 Prozent schauen täglich Sendungen oder Videos. Lineares Fernsehen bleibt ein wichtiger Bewegtbildzugang, während soziale Medien und Videoplattformen insbesondere für Jüngere an Bedeutung gewinnen. Das Alter prägt dabei zunehmend, wie und wo Bewegtbild genutzt wird.
Creator werden zur Nachrichtenquelle:
Nachrichten, Politik und Gesellschaft finden zunehmend in der Creator-Welt statt: Informationsrelevante Inhalte werden auch von Creatoren aus anderen Themenfeldern aufgegriffen und über soziale Feeds verbreitet. Für Jüngere sind solche Inhalte besonders relevant für Information und Meinungsbildung. Damit wird politische und gesellschaftliche Information stärker Teil von Alltags- und Unterhaltungskontexten.
Unklare Grenzen zwischen Information und Meinung:
Neue Zugänge schaffen neue Anforderungen an Einordnung: Für die Nutzung von Creator-Videos sind Präsentationsstil, Feed-Ausspielung und schnelle Orientierung wichtiger als das Vertrauen in den Absender. Zugleich bleiben Rollen und Grenzen zwischen Information und Meinung teilweise unklar. Transparenz über Absender und Einordnung gewinnt damit an Bedeutung.
KI-Videos täuschen:
KI-Videos sind im Alltag angekommen – und werden nicht immer zuverlässig erkannt: 79 Prozent sind bereits KI-Videos begegnet, 68 Prozent derjenigen mit Kontakt haben ein KI-Video schon einmal für echt gehalten. Gleichzeitig wächst die Skepsis gegenüber der Echtheit von Bewegtbild insgesamt – mit möglichen Folgen für das Vertrauen in audiovisuelle Inhalte.
Regulierung gefordert:
Transparenz und Kennzeichnung werden bei KI-Videos besonders wichtig: KI-Einsatz für technische Verbesserungen und kreative Effekte wird mehrheitlich akzeptiert, während täu-schend echte Veränderungen realer Personen oder Ereignisse deutlich kritischer gesehen werden. Eine klare Kennzeichnung von KI-Beteiligung wird besonders bei Nachrichten sowie politischen und gesellschaftlichen Inhalten erwartet.
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